Die Sache mit dem Auswärtsessen…

Auswärts essen ist ja, wenn man sich bewusst ist, was es mit der Kontaminationsgefahr auf sich hat, gar nicht mehr so einfach. Darf/kann der oder die Betroffene darauf vertrauen, dass sie einen im Lokal seiner Wahl auch ernst nehmen? Kennen sich die Leute vor Ort aus, oder haben sie noch nie etwas davon gehört?

Als ich nach meiner Diagnose das erste Mal Essen ging, ist mir der Spaß relativ schnell vergangen. Ohnehin frustriert von der Tatsache, in Zukunft auf heißgeliebte Zimtschnecken und Mohnweckerl verzichten zu müssen, hab ich mich dennoch schnell der Herausforderung „geh ma halt was essen“ gestellt.

Beim Billig-Mexikaner, der an dieser Stelle ungenannt bleibt, eingekehrt, wurde mal die Speisekarte studiert. Ja nicht gelesen sondern regelrecht zerpflückt. Wo könnte denn potenziell Gluten enthalten sein, bei welcher Speise könnt ich mich in Sicherheit wiegen? Würden sie dann den selben Kochlöffel benutzen?…

Nachdem der dezent genervte Kellner dann beim etwa dritten Anlauf endlich die heiß ersehnte Bestellung entgegennehmen konnte, war halt nicht viel mehr von mir als Gast zu holen als ein easy going „Ofenkartoffel mit Sauerrahm und Kräuter“. Und weil es mir ja dann doch keine Ruhe gelassen hat, musste ich noch ein unsicheres „Entschuldigung, benutzen sie fertige Gewürzmischungen in denen Stärke enthalten ist?“ hinterherschicken. So dann ist der Stempel der leicht hysterischen, ach Gott ich hab eine Unverträglichkeit, aber auf mir gesessen.

Ofenkartoffel kam-schmeckte wie so ein Kartoffel halt schmecken kann und fertig. Als dann beim Abservieren vom Kellner ein ziemlich herablassendes „na, die Dame ist uns nicht erstickt, scheint ja alles gepasst zu haben.“ kam, wollte ich mir echt keine Mühe machen und ihn darüber aufklären, was es für mich heißt wenn ich mit Gluten in Kontakt komme und wollte nur noch raus.

Mir war das damals noch so peinlich um diese „Extrawürstel“ zu fragen, zu bitten-schließlich will man ja niemanden nerven oder ungut auffallen…Das hat ein Zeitchen gedauert bis ich mir darüber klar war, dass ich ziemlich straight heraussagen muss was ich, wie essen will und worauf bitte geachtet werden muss. Und ich habe festgestellt, dass die Bandbreite von Verständnis dafür natürlich immens groß ist, aber mittlerweile bin ich auch schon gegangen, wenn ich das Gefühl hatte das „die Sache mit dem Auswärtsessen“ nicht klappen könnte.

Heißer Tipp: gut und gerne mal durch Lokalempfehlungen stöbern, es lohnt sich wenn sich vor Ort schon jemand auskennt und man selber entspannt essen darf, was ja schließlich kein unwesentlicher Aspekt ist, wenn man mal auswärts diniert 😉 Und Lokalempfehlungen wird es von mir einige geben in Zukunft, gerne auch nach Tipps von euch! Also, wo geht ihr gerne hin essen, mit gutem Gewissen glutenfrei?

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